Lebenswert

Dietrich Bonhoeffer, Heiligabend 1943

„Zunächst: Es gibt nichts,was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, und man muss das auch gar nicht versuchen; das klingt zunächst sehr hart; aber es ist doch zugleich ein großer Trost: denn, indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden. Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft miteinander – wenn auch unter Schmerzen – zu bewahren. Ferner: Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“


Ob eine schöne CD oder ein gutes Buch

... in der dunklen Jahreszeit macht es besonders viel Freude, sich ein bisschen zurückzuziehen mit besonderer Musik oder interessantem Lesestoff.


Buchtipps:


Das letzte Hemd ist bunt

Fritz Roth - Das letzte Hemd ist bunt

Die neue Freiheit in der Sterbekultur

"Der Tod ist der beste Lehrmeister zu bürgerlichem Ungehorsam." Fritz Roth

Unser ganzes Leben lang streben wir nach Selbstbestimmtheit und Autonomie. Doch als Trauernde lassen wir uns unsere Toten stehlen. Wir haben gelernt, zu delegieren, uns auf »Experten« zu verlassen. Und spätestens, wenn wir persönlich mit dem Verlust eines nahe stehenden Menschen konfrontiert sind oder wenn uns eine lebensbedrohliche Krankheit überkommt, erkennen wir schmerzlich, dass die alten Rituale nicht mehr passen.

Wir sind als Individuen und auch als Gesellschaft gefordert, eine neue Sterbe- und Trauerkultur zu entwickeln. Wollen wir unser Leben (bis zum Ende) gestalten oder nur verwalten? Wie ist es um den Wert der Individualität bestellt, wenn wir sie im entscheidenden Moment verschenken? Trauer sollte wie jede Krise nicht als lästiges Hindernis, sondern als langer Weg einer Veränderung verstanden werden. Dann erst können wir die Chancen dieser Erfahrung nutzen und erkennen: Auch allem Ende wohnt ein Zauber inne. Fritz Roth 189 Seiten EAN 9783593394763 € 19,99


Fritz Roth

Leid - Warum lässt Gott das zu?

Peter Hahne - Leid - Warum lässt Gott das zu?

Auf der großen Weltbühne und im persönlichen Leben: Die Frage nach Gott in all dem Leid schreit zum Himmel. Peter Hahne nimmt diese Frage ernst. Er zeigt, wie Menschen mit Leid fertigwerden, was sie tröstet und ihnen neue Hoffnung gibt.
ISBN 978-3-8429-1002-7, 160 Seiten, gebunden, 11,4 x 18,5 cm, € 9,95


Peter Hahne

Vom Glück des Gehens: Ein Weg zur Lebenskunst

Gehen verwandelt und hilft, Zeiten der Veränderung, wie zum Beispiel Trauerzeiten, positiv zu gestalten. Es ermöglicht uns, von Konventionen befreit neue Standpunkte einzunehmen. Doch die Kunst des Gehens will gelernt sein. Wie das gelingt, beschreibt dieses Buch informativ, in meditativ-nachdenklicher Annäherung und in amüsanter Zuspitzung zugleich. Medizinische, psychologische und kulturgeschichtliche Hintergründe fließen ein, Orte meditativen Gehens werden in ihrer besonderen seelischen Auswirkung reflektiert: Stadtviertel, Berglandschaften, Pilgerwege, Friedhöfe und vieles mehr. (siehe auch das Grußwort des Buchautors Detlef Wendler weiter ...)


Wendepunkte des Lebens: Dem eigenen Weg vertrauen

Ein sehr empfehlenswertes Buch und zwar aus mehreren Gründen.
Zum einen gelingt es dem Autor, an Alltäglichem Allgemeines sichtbar zu machen, an Vordergründigem Hintergründiges, ja Meta-Physisches aufleuchten zu lassen, und dies in einer sehr sensiblen, behutsam hinführenden Weise.
Das Buch liest sich zwar "leicht", vom Stil her angenehm, beeindruckt aber zugleich durch die Dichte der Aussage. Vor allem die kursiv gedruckten Gedanken am Ende jedes Kapitels sind wohl eher zum Meditieren gedacht. Immer wieder wird man dabei zu oft übersehenen uralten Grundweisheiten zurückgeführt, ich denke z.B. an das, was S.42 über die Dankbarkeit gesagt wird.
"Simplex est sigillum veritatis" (Einfachheit ist das Kennzeichen der Wahrheit) - das bestätigt sich auch in diesem Buch. Für mich ist es auf alle Fälle ein "erzreiches Bergwerk", in dem ich noch oft schürfen werde.


Barmherzigkeit und Menschenwürde

Horst Groschopp (Hrsg.), Groschopp (Hrsg.), Barmherzigkeit und Menschenwürde
Selbstbestimmung, Sterbekultur, Spiritualität

Schriftenreihe der Humanistischen Akademie Berlin, Bd. 4
Alibri, 2011
205 Seiten, 11 Abbildungen, kartoniert, Euro 18.-
Best.Nr. 690 791

Die humanitäre Praxis des Humanismus zwingt zu neuem Denken über Grundbegriffe. Zehn Autoren äußern sich auch über nichtreligiöse Spiritualität im Alter. Weltanschaulich geht es um Lebenshilfen beim Sterben. (Verlagstext)


Barmherzigkeit und Menschenwürde

CD-Tipp:


Mit Jacques Brel beschäftigt sich Klaus Hoffmann schon lange Zeit: Wie viele Liedermacherkollegen nannte der Berliner den Chansonnier stets gern als Einfluß, er wurde seinerseits sogar als "deutscher Brel" bezeichnet. Nun verneigt sich Hoffmann mit Hilfe des originalen Brel-Arrangeurs Francois Rauber vor dem Vorbild. Dessen Klassiker wie "Amsterdam" oder "Ne me quitte pas" hat er mit deutschen Texten versehen, die Brels raffinierte Mischung aus Poesie und pointierten Frechheiten beeindruckend authentisch und unterhaltsam aufgreifen. Quelle: Audio


Paveier - Immer Wenn Der Herrjott Röf


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